Via Ferrata Sierra del Hacho [K3/K4] – Erlebnisbericht einer Begehung

Die Via Ferrata Sierra del Hacho ist ein spannender Klettersteig in der Nähe des Dorfes Gaucín im zentralen Teil Andalusiens (ca. 60 km von Gibraltar, ca. 40 km von Ronda, ca. 125 km von Málaga entfernt). Die Route ist nach spanischer Skala mit K3/K4 bewertet (was in etwa den Schwierigkeiten C/D in anderen europäischen Regionen entspricht). Wie der Name schon sagt, verläuft der Klettersteig an den Hängen der Sierra del Hacho (Teil des Betischen Gebirgssystems) und erreicht an seinem höchsten Punkt über 900 Meter über dem Meeresspiegel. Ich lade Sie ein, meinen Bericht über die Begehung zu lesen!

Inhaltsverzeichnis

Via Ferrata Sierra del Hacho – die wichtigsten Informationen

  • Die Via Ferrata Sierra del Hacho ist nach spanischer Skala als K3/K4 bewertet (wobei K1 das einfachste Niveau darstellt). Die Route richtet sich daher an Personen mit einer gewissen Erfahrung in dieser Art von Aktivität und einer guten Schwindelfreiheit.
  • Der Klettersteig befindet sich etwa 6 km von der Stadt Gaucín in der zentralen andalusischen Region entfernt. Das Auto kann direkt am Startpunkt des Zustiegsweges abgestellt werden, Koordinaten: 36°31’51.3″N 5°20’54.0″W, Kartenlink. Der Anstieg zum Fels dauert etwa 20-30 Minuten, kann aber aufgrund einer eher lückenhaften Beschilderung navigatorische Herausforderungen bieten.
  • In unserem Fall dauerte der gesamte Ausflug etwa zwei Stunden (wobei die eigentliche Klettersteigbegehung ca. 45 Minuten in Anspruch nahm; viel Zeit wurde durch die Suche nach dem richtigen Zu- und Abstiegsweg „aufgefressen“).
  • Um sich sicher auf dem Klettersteig zu bewegen, ist eine spezielle Ausrüstung erforderlich: Klettergurt, Klettersteigset und Helm. Wir haben unsere Klettersteigausrüstung aus Polen im aufgegebenen Gepäck mitgebracht (einzelnes Set wiegt ca. 2 Kilogramm).
  • Es ist erwähnenswert, dass zur Standardausrüstung bei vielen Klettersteigen in Spanien auch eine Abseilrolle gehört. Infolgedessen verfügen viele der dortigen Klettersteige über Seilrutschen (Tyroliennes). Vor dem Einstieg in den Klettersteig lohnt es sich daher, den Verlauf genau zu prüfen, damit man unterwegs nicht von einer Überraschung getroffen wird (ohne spezielle Ausrüstung ist eine Seilrutsche oft nicht passierbar, und nicht immer gibt es eine Umgehungsmöglichkeit). Am Klettersteig Sierra del Hacho gibt es eine Seilrutsche, die jedoch glücklicherweise zu Fuß umgangen werden kann. Dadurch lässt sich der Klettersteig auch ohne spezielle Abseilausrüstung begehen.

Zustieg zum Klettersteig

Wir fahren direkt nach der Begehung eines anderen nahegelegenen Klettersteigs, der Castillo del Águila in Gaucín, zum Klettersteig Sierra del Hacho. Die Fahrt dauert nur wenige Minuten und führt durch dünn besiedeltes, von der Sonne verbranntes Gelände Zentralandalusiens. Einige hundert Meter vor der Ankunft am Parkplatz halten wir vor einem… verschlossenen Tor. Zunächst sind wir etwas verwirrt, erkennen aber schnell, dass es sich lediglich um eine Barriere für das hier weidende Vieh handelt. Wir öffnen das Tor, fahren zwischen einzelnen Bauernhöfen hindurch und lassen das Auto auf dem von uns gewählten Parkplatz stehen (Kartenlink, Höhe: ca. 600 m ü.d.M.). Dass wir richtig sind, zeigt uns ein gelbes Schild mit dem Namen des Klettersteigs, der ungefähren Zeit und dem Schwierigkeitstopo.

Infotafel zur Sierra del Hacho
Infotafel zum Klettersteig
Zustieg zum Klettersteig Sierra del Hacho

Vom Parkplatz aus gewinnen wir auf einem breiten Schotterweg an Höhe. Nach einigen hundert Metern treffen wir auf ein charakteristisches Schild mit dem Ferrata-Symbol, hinter dem wir uns nach rechts wenden. Wir steigen weiter über einen mäßig steilen Hang, vorbei an einer Vielzahl dorniger mediterraner Pflanzen. Nach einiger Zeit merken wir, dass wir schon eine gute Viertelstunde unterwegs sind und vom Klettersteig immer noch nichts zu sehen ist. Fazit? Wir gehen höchstwahrscheinlich falsch.

Die nächsten Minuten verbringen wir damit, den Hang zu erkunden, um den Einstieg zu finden. Als wir endlich den Start entdecken, stellt sich heraus, dass wir ursprünglich viel zu weit nach links abgebogen sind. Der korrekte Weg ist: Nachdem man den Bereich mit der etwas höheren Vegetation betritt, sollte man sich eher rechts halten, entlang eines recht gut sichtbaren Pfades. Anschließend geht es bergauf am Drahtzaun entlang. Irgendwann gelangt man zu einem Tor, hinter dem der Klettersteig Sierra del Hacho beginnt. Nun ja… es war nicht einfach, aber wir sind da. Zeit, den Fels zu greifen!

Zustieg Sierra del Hacho
Fragment des Zustiegs
Zustieg Sierra del Hacho
Die richtige Zustiegsvariante (Richtung Zaun)
Einstieg Klettersteig Sierra del Hacho
Das Tor, hinter dem der Klettersteig beginnt

Der Klettersteig im Detail

Den Klettersteig würde ich als angenehm bezeichnen, jedoch ohne besonders markante Merkmale. Wir beginnen mit der Überwindung einer senkrechten Wand über kräftige Eisenklammern (Abschnitt als K2 bewertet). Danach durchqueren wir einen kurzen Überhang, der mit K3 bewertet ist – recht kraftvoll, aber gut versichert und frei von größeren technischen Schwierigkeiten.

Klettersteig Sierra del Hacho
Der erste Abschnitt über Klammern
Klettersteig Sierra del Hacho

Bereits nach 10 Minuten Kletterei kommen wir zur nächsten Attraktion – dem Durchgang durch eine kleine Höhle, bewertet mit K1. Dies ist übrigens völlig optional – die Öffnung kann problemlos seitlich umgangen werden.

Höhle am Klettersteig Sierra del Hacho
Höhle am Klettersteig Sierra del Hacho

Hinter der Höhle gibt es eine Alternative: Man kann entweder eine 85 Meter lange Seilrutsche nutzen oder diesen Abschnitt ganz normal über einen Grasabsatz überwinden. Da wir keine spezielle Rolle haben, wählen wir die zweite Variante. Zudem bin ich mir nicht sicher, ob ich mich überhaupt getraut hätte, die 80-Meter-Seilrutsche zu nutzen. Zumal wir in lokalen Reiseführern gelesen haben, dass die Konstruktion schlecht „gebrochen“ ist, was Zweifel am Erreichen des Zielpunktes aufkommen lässt.

Klettersteig Sierra del Hacho
Martyna am nächsten Klammerabschnitt; unter ihr die Seilrutschen-Linie
Klettersteig Sierra del Hacho

Nach dem Abschnitt unter der Seilrutsche gelangen wir zur nächsten Klammer-Etappe, bewertet mit K3. Der Abschnitt ähnelt sehr dem, was wir zuvor gemacht haben: kraftvoll, aber ohne größere Probleme. So erreichen wir eine charakteristische Wand, an der sich früher eine 12-Meter-Hängeleiter (K4) befand. Heute ist die Konstruktion nicht mehr vorhanden (nur das Drahtseil blieb), und der Klettersteig führt rechts am Felsen vorbei über leichtere K2-Traversen.

Klettersteig Sierra del Hacho
Weitere Klammer-Passage
Klettersteig Sierra del Hacho

Der letzte Akzent des Klettersteigs ist ein angenehmer Kamin (K3). Um ihn zu meistern, muss man über große Klammern aufsteigen und dann einen weiten Schritt über einen Spalt machen. Die endgültige Bilanz der „Eisenstraße“: 250 Höhenmeter und… ca. 40 Minuten Spaß. Was soll ich sagen – kurz, aber intensiv…

Klettersteig Sierra del Hacho
Und ihr sagt, die Leute fahren nach Spanien, um am Strand zu liegen?

Gipfel und Abstieg

Nach Beendigung des Klettersteigs steigen wir noch zum nahen Gipfel der Sierra del Hacho auf, der 902 m ü.d.M. liegt. Vom Gipfel bietet sich ein atemberaubendes Panorama auf die umliegenden Berge, darunter die Sierra de las Nieves. Zudem ist die Sierra del Hacho dafür bekannt, dass man bei guter Sicht die Umrisse des Felsens von Gibraltar und sogar Erhebungen an der marokkanischen Küste sehen kann. Bei der heutigen Hitze war die Fernsicht nicht ideal, aber… ich glaube, die Säulen des Herakles zu erahnen.

Wir bleiben nicht lange am Gipfel. Erstens drängt uns die Zeit, zweitens werden wir beim Ausruhen von einem wütenden Schwarm kleiner Fliegen angegriffen. Wir brechen also zum Rückweg auf und schlagen die Richtung Südosten ein. Ehrlich gesagt, gelingt es uns auch hier nicht auf Anhieb, die in den Führern empfohlene Route zu treffen. Wir drehen einige Runden in Gipfelnähe, um den richtigen Weg zu finden.

Klettersteig Sierra del Hacho
Charakteristischer Baum beim Abstieg

Glücklicherweise finden wir die richtige Route recht schnell. Anfangs ist der Pfad kaum sichtbar, aber je tiefer wir kommen, desto breiter und deutlicher wird er. Die ständigen Aussichten, der Reichtum der hiesigen Flora und die warmen Strahlen der Abendsonne sorgen dafür, dass ich den Abstieg als zwar etwas eintönig, aber atmosphärisch in Erinnerung behalten habe. Die Reise vom Gipfel zum Auto dauert etwa 40 Minuten, also insgesamt länger als der Klettersteig selbst :D. Das Abenteuer war jedoch wirklich schön!

Datum der Tour: 3. Juni 2026

Tourenstatistik: 3 km; 325 Höhenmeter; ca. 2 Stunden

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Abstieg Sierra del Hacho
Ein nicht ganz sichtbarer Abschnitt des Abstiegs
Abstieg Sierra del Hacho
Deutliche Etappe des Abstiegs

Tourenkarte

Autor des Blogs, begeistert von Bergwanderungen und dem geschriebenen Wort.
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